Wer in Erlangen oder im Großraum Nürnberg eine Küche gewerblich führt, kommt um einen Fettabscheider nicht herum. Seine Aufgabe: Fette und Öle aus dem Abwasser zurückhalten, bevor sie im Kanal erkalten und dort Verstopfungen auslösen. Entscheidend sind nach dem Einbau der laufende Betrieb und die wiederkehrende Generalinspektion – und all das ist klar vorgegeben. Dieser Leitfaden zeigt, welche Pflichten auf Betreiber zukommen, wie die Dimensionierung abläuft und was bei der Dichtheitsprüfung zählt.
Wozu ein Fettabscheider dient – und wer ihn benötigt
Fetthaltiges Abwasser, etwa aus Küchen oder Metzgereien, darf nicht ungeklärt in die öffentliche Kanalisation fließen. Fett verlässt die Pfanne heiß, erstarrt im kalten Rohr und setzt sich an den Wänden ab. Mit der Zeit bilden sich dadurch Verengungen und Ablagerungen, die den Querschnitt zusetzen und schließlich zur völligen Verstopfung führen.
Ein Fettabscheider macht sich den Dichteunterschied zunutze: Fett ist leichter als Wasser und steigt nach oben, Sinkstoffe sammeln sich am Boden, und das gereinigte Abwasser fließt dazwischen weiter in den Kanal. Pflicht ist ein solcher Abscheider überall dort, wo betriebsbedingt mit nennenswerten Mengen pflanzlicher und tierischer Fette zu rechnen ist. Die Anschlusspflicht leitet sich aus der kommunalen Entwässerungssatzung und den technischen Regeln ab.
Normengrundlage
Dimensionierung und Einbauvarianten
Die passende Größe eines Fettabscheiders wird nach Formel berechnet. Entscheidend ist die Nenngröße (NG), die sich aus dem maximalen Schmutzwasserabfluss, der Abwassertemperatur, der Dichte der eingeleiteten Fette und einem Erschwernisbeiwert zusammensetzt. Spülküchen mit viel heißem Wasser und Reinigungsmitteln benötigen größere Dimensionen als eine kleine Imbissküche, da hohe Temperaturen und Tenside die Abscheidung erschweren.
Was viele übersehen: Eine zu klein gewählte Anlage trennt schlecht und läuft rascher voll – Fett landet dann doch im Kanal. Eine überdimensionierte Variante treibt unnötig die Kosten und kann durch lange Standzeiten des Wassers Gerüche entwickeln. Es lohnt sich daher, die Berechnung einem Fachbetrieb zu überlassen, der die reale Küchenausstattung kennt.
Aufstellung: innen oder außen
Einbau im Gebäude
- Kurze Leitungswege, Fett erkaltet weniger
- Geruchsbelastung verlangt gute Entlüftung
- Entleerung über Fenster oder Schacht erforderlich
Erdeinbau im Freien
- Keine Geruchsbelastung im Betriebsablauf
- Saugwagen fährt direkt an den Schacht
- Frostschutz und Zugänglichkeit beachten
Betrieb, Entleerung und das Betriebstagebuch
Ob der Abscheider seine Aufgabe erfüllt, entscheidet sich im laufenden Betrieb. Entleerung und Reinigung müssen so häufig stattfinden, dass die zulässige Fett- und Schlammschicht nicht überschritten wird. Als regelmäßiger Richtwert gilt nach DIN 4040-100 eine Entleerung in Abständen von in der Regel höchstens vier Wochen – bei hoher Belastung auch öfter. Dabei wird der komplette Inhalt entnommen, der Abscheider gereinigt und mit Frischwasser neu befüllt.
Zu jeder Fettabscheideranlage gehört ein Betriebstagebuch. Darin werden alle Entleerungen und Wartungen festgehalten. Dieses Nachweisdokument ist keine Kür: Die untere Wasserbehörde oder das Entwässerungsunternehmen kann im Rahmen der Eigenkontrollverordnung Einsicht verlangen. Ohne lückenlose Einträge lässt sich der ordnungsgemäße Betrieb nicht nachweisen.
Entsorgung nur über Fachbetrieb
Wartung nach DIN 4040-100: Schritt für Schritt
Die Wartung ist von der reinen Entleerung klar zu trennen. Sie bezieht sich auf die gesamte Anlage und prüft, ob diese technisch noch einwandfrei funktioniert. In der Regel wird sie halbjährlich durch fachkundiges Personal ausgeführt und im Betriebstagebuch vermerkt.
So läuft eine Fettabscheiderwartung ab
Vollständige Entleerung und Reinigung
Der Abscheider wird restlos geleert, Fett- und Sinkschicht entfernt und die Wandungen gesäubert, damit der tatsächliche Zustand erkennbar wird.Sichtprüfung der Bausubstanz
Wände, Beschichtung, Einbauteile und Trennbleche werden auf Risse, Korrosion und Ablagerungen untersucht.Zu- und Ablauf kontrollieren
Zulauf, Ablauf und Entlüftung werden auf Verengungen und Ablagerungen geprüft, die den Durchfluss hemmen könnten.Funktionskontrolle und Wiederbefüllung
Dichtungen, Schachtabdeckung und gegebenenfalls Warneinrichtungen werden überprüft, danach wird mit Frischwasser aufgefüllt.Dokumentation
Sämtliche Feststellungen, Mängel und durchgeführten Arbeiten werden mit Datum im Betriebstagebuch festgehalten.
Entscheidend ist, dass nach der Wartung im Kanal dahinter kein Fett mehr ankommt.
Generalinspektion und Dichtheitsprüfung
Ergänzend zur laufenden Wartung verlangt die DIN 4040-100 eine Generalinspektion. Diese erfolgt in der Regel jährlich durch eine fachkundige Person, nachdem die Anlage vollständig entleert und gereinigt wurde. Geprüft werden unter anderem der bauliche Zustand und die Innenbeschichtung sowie die eingehaltene Nenngröße im Verhältnis zum tatsächlichen Abwasseranfall.
Zur Generalinspektion zählt auch eine Dichtheitsprüfung. Sie belegt, dass kein Abwasser aus dem Abscheider ins Erdreich austritt und kein Grund- oder Fremdwasser eindringt. Ergibt sich dabei ein Verdacht auf eine Undichtigkeit, ist eine weitergehende Untersuchung ratsam – etwa eine Kanal-TV-Untersuchung, die Schäden sichtbar macht, ohne dass gegraben werden muss.
Prüfpflichten auf einen Blick
≤ 4 Wochen
Richtwert für die Entleerung
1× jährlich
Generalinspektion
Wird die Wartung vernachlässigt, wird aus der Reinigung schnell eine Sanierung: verhärtete Fettablagerungen und beschädigte Beschichtungen lassen sich dann nicht mehr mit der routinemäßigen Entleerung beseitigen. Dazu kommen mögliche Beanstandungen durch die Behörde. Die regelmäßige Pflege erfüllt daher nicht nur die formale Vorgabe, sondern spart langfristig Kosten.
Abscheiderwartung in Erlangen und Umgebung



